Lions-Abend: Wie kann eine Chemie ohne fossile Rohstoffe aussehen?

Ein Vortrag von Prof. Dr. rer. nat. Walter Leitner, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr und Lehrstuhlinhaber für Technische Chemie und Petrolchemie an der RWTH Aachen, lockte viele Interessierte zu unserem Clubabend in der Brasserie des Aachener Golfclubs. Das Thema lautete: „Chemische Energiekonversion — die Zukunft nachhaltiger Energiesysteme“. Anwesend waren neben unseren Clubmitgliedern auch Gäste aus anderen Aachener Lionsclubs sowie Freunde aus unserem Bekanntenkreis. So konnte dieses hochaktuelle Thema einer größeren Zuhörerschaft vermittelt werden.

Nach einem wie immer erstklassigen Abendessen, hervorragend zubereitet von Küchenchef Marc Creusen, hörten wir mit großem Interesse den Vortrag des Professors. Es blieb nicht bei Worten: Assistiert wurde er von zwei Mitarbeitern aus seinem Institut, die ihn bei den verschiedenen anschaulichen Experimenten unterstützten.

Professor Leitner selbst stellte seinen Vortrag unter den Titel: „Fire and Ice: Wasserstoff und Kohlendioxid als Bausteine für eine nachhaltige Schnittstelle zwischen Energie und Chemie“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine Chemie aussehen könnte, die nicht mehr überwiegend auf fossilen Rohstoffen beruht, sondern auf erneuerbaren Energie- und Kohlenstoffquellen.

Welche Herausforderungen und Chancen sind mit einer solchen Transformation verbunden? Und warum ist Mülheim an der Ruhr ein besonders geeigneter Standort für ein Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion?

Der Referent machte deutlich, welch zentrale Rolle die Chemie für Ernährung, Gesundheit, Mobilität und Wohlstand einer wachsenden Weltbevölkerung spielt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts nutzt sie hierfür vor allem Erdöl — als Energieträger und als Rohstoff. Doch die ökologischen und ökonomischen Grenzen dieses Erfolgsmodells werden immer sichtbarer. Klimawandel, Ressourcenknappheit und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen erfordern neue Wege: weg vom linearen Verbrauch, hin zu geschlossenen Stoffkreisläufen, erneuerbarer Energie und alternativen Kohlenstoffquellen.

Professor Leitner zeigte anschaulich, dass diese Transformation nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine große Chance ist. Chemische Energiekonversion kann helfen, erneuerbare Energie in speicherbare und nutzbare chemische Verbindungen umzuwandeln — und sie damit für Industrie und Gesellschaft verfügbar zu machen.

Der Vortrag machte deutlich: Die Transformation der Chemie ist keine ferne Vision, sondern eine konkrete wissenschaftliche und gesellschaftliche Aufgabe. Sie eröffnet Chancen für Innovation, Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und eine nachhaltigere Gestaltung unseres Wohlstands.

Für unseren Club war es ein sehr anregender Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie eng Forschung, Verantwortung und Zukunftsgestaltung miteinander verbunden sind.